Vorsorge: Gold und Immobilien ersetzen Aktien

Fotolia_4822845_M (2)Nur 7 Prozent der Bundesbürger setzen auf Aktien. Dabei ist das Börsenjahr 2012 gut ausgefallen. Gold und Immobilien werden von den Deutschen als rentabler eingestuft.

Das Börsenjahr verlief gut – mit einem DAX-Plus von fast 30 Prozent. Dennoch setzen immer weniger Deutsche auf Aktien zur Altersvorsorge. Das hat eine Untersuchung der Postbank ergeben. Vor 10 Jahren planten noch 11 Prozent der Nicht-Rentner in Deutschland, im Ruhestand auf Aktienerträge zuzugreifen. Inzwischen sind es lediglich sieben Prozent, die auf die Aktienmärkte vertrauen. Dividendenpapiere haben als Vorsorgeinstrument deutlich an Boden verloren: 2003 hielten noch 13 Prozent der Bürger Aktien für eine „ideale Vorsorgeform“. Das behaupten heute nur noch 10 Prozent.

Die langfristige Renditeerwartung an diese Anlageform ist gefallen. Nur 12 Prozent der Befragten glauben, dass Aktien oder Aktienfonds „hohe Erträge und eine gute Rendite“ bringen. Vor Ausbruch der Finanzkrise waren noch 16 Prozent von Erträgen und guten Renditen überzeugt. Der Trend geht in eine goldige Richtung: Goldmünzen und –barren bescheinigen die Befragten zu 21 Prozent „hohe Erträge und eine gute Rendite“. Vermieteter Haus- und Grundbesitz kommt als Spitzenreiter sogar auf eine Nennung von 32 Prozent. Damit gewinnen Gold und Immobilien eine weitaus größere Bedeutung als der Aktienmarkt, wenn es um die Altersvorsorge der Bundesbürger geht.

Oranus Mahmoodi

Helaba erwartet mehr Interesse an Immobilien abseits der Zentren

Hausbau

Insgesamt sollte „die Nachfrage nach Immobilien mit kleinen „Schönheitsfehlern“ auch abseits der größten deutschen Ballungszentren zunehmen“, schrieb Analyst Stefan Mitropoulos in einer aktuellen Studie. Diese Anpassung in der Anlagestrategie institutioneller Investoren werde sich allerdings nur langsam vollziehen.

Der Experte begründete seine Einschätzung mit einem weiterhin hohen Interesse an Immobilien als Anlage und einem knappen Angebot hochwertiger Objekte. Viele Großanleger wie Versicherungen oder Pensionskassen wollten vor dem Hintergrund von Inflationsangst und mangelnder Anlagealternativen mehr Geld in Immobilien stecken, erläuterte Mitropoulos. Zugleich seien die Spitzenrenditen bei erstklassigen Objekten aber schon spürbar zurückgegangen. Die angestrebte Erhöhung der Immobilienquote sei daher nur mit etwas mehr „Risikoappetit“ machbar.