Das eigene Haus: Berlins größte Hausmesse präsentiert 130 Aussteller der Hausbau-Branche

Hausmesse in Berlin

Hausmesse in Berlin

Berlin-Mitte, 21. August 2013 Am 31. August und 1. September ist es wieder so weit: Für Berlins größte Hausmesse Das eigene Haus öffnen sich im Postbahnhof am Ostbahnhof die Türen. Auf 4.000 Quadratmetern präsentieren 130 Aussteller die Besucher der Hausmesse aktuelle Baustile, Materialien und Hausfinanzierungen. Namhafte Haushersteller, Hausanbieter und Bauunternehmen informieren die zukünftigen Bauherren über Hausvarianten vom Fertighaus, über das Massivhaus bis zum Fachwerk- und Blockhaus. Außerdem stehen 16.000 freie Baugrundstücke in Berlin und Brandenburg zur Auswahl.

Die Hausbaumesse richtet sich aber nicht nur an Besucher, die schon konkrete Hausbaupläne haben, sondern auch an Interessenten, die sich erst einmal orientieren möchten. Denn schließlich steht die Beratung und Information der Besucher im Mittelpunkt der Hausmesse Das eigene Haus. Für Bauherren, die noch nach dem passenden Grundstück für ihr Traumhaus suchen, bieten die Aussteller der Messe 16.000 freie Baugrundstücke in der Region Berlin und Brandenburg an.

Die Immobilienmesse Das eigene Haus ist am 31. August und 1. September 2013 jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 10 Euro, Kinder haben freien Eintritt. Zum Messeservice gehören eine kostenlose Kinderbetreuung, Checklisten sowie ein informativer Katalog für jeden Besucher. Kostenpflichtige Parkplätze finden sich in der Umgebung.

Informationen zur Messe Das eigene Haus

Datum: 31. August und 1. September 2013, 11 bis 18 Uhr
Ort: Postbahnhof am Ostbahnhof, Straße der Pariser Kommune 8, 10243 Berlin
Service: barrierefreier Zugang sowie Kinderbetreuung.
Achtung: keine Parkplätze auf dem Gelände
Eintritt: 10 Euro inkl. Messekatalog, Kinder haben freien Eintritt.

Energiepass Bitte vorlegen

EnergieausweisDie neue Energieeinsparverordnung soll den Energieausweis aufwerten. Annoncen müssen bald Verbrauchsangaben enthalten. Vermietung und Verkauf von Wohnungen könnten komplizierter werden. Immobilienbesitzer müssen die Energiekennwerte aus dem Energieausweis nämlich voraussichtlich noch in diesem Jahr bereits in Wohnungsanzeigen angeben. Bisher musste der Ausweis potentiellen Mietern oder Käufern erst bei der Besichtigung von Objekten vorgelegt werden.

Die Neuerung ist der von der Bundesregierung am 6. Februar verabschiedeten Energieeinsparverordnung (EnEV) eingeschrieben. Sie liegt dem Bundesrat am 22. März zur Zustimmung vor. Laut dem Papier ist die Energieangabe nicht – wie bisher – auf die Gebäudenutzfläche zu beziehen, sondern auf die Wohnfläche.

Die Werte in den bisherigen Ausweisen müssen damit neu berechnet werden – dafür ist der Vermieter oder Verkäufer verantwortlich. Das ifs-Städtebauinstitut kritisiert die Umrechnung als zu kompliziert und unnötig. „Sie führt zu mehr Verwirrungen, als dass sie nützt“, sagte ifs-Direktor Peter Runkel dem Tagesspiegel.

Hinzu kommt, dass bei den Verbrauchsausweisen, die also nach dem tatsächlichen Energieverbrauch erstellt werden, der Wasserverbrauch fehlt. Der muss in die Rechnung ebenfalls eingestellt werden. Neben dem Verbrauchsausweis gibt es den Bedarfsausweis, der den Bedarf des Gebäudes berechnet, ohne den genauen Verbrauch zu erfassen. Um welches der beiden Papiere es sich handelt, ist ebenfalls in der Anzeige anzugeben.

Von den Angaben auf dem Energieausweis kann allerdings nicht auf die tatsächlich entstehenden Energiekosten geschlossen werden, so Runkel. „Der Wert dient für einen groben Anhalt“, sagt der ifs-Direktor. „Sie können anhand der Zahl erkennen, ob die Immobilie energetisch gut oder schlecht saniert ist.“ Jeder Mieter oder Käufer hat schon seit der EnEV 2007 einen Anspruch auf eine Kopie des Papiers. Durchgesetzt haben sich Energie- und Verbrauchsausweise aber bisher nicht. 2011 hatten laut einer Studie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung 69 Prozent der Suchenden zwar schon einmal von dem Ausweis gehört, allerdings haben nur 16 Prozent das Papier schon bei einer Besichtigung zu Gesicht bekommen. Die Käufer und Mieter mussten meistens erst aktiv danach fragen. Das haben laut Studie aber nur 13 Prozent getan.

Die EnEV-Version von Anfang Februar soll den Energieausweis aufwerten. Danach werden dann nicht nur die Angaben in Annoncen verpflichtend, sondern auch die Übergabe des Passes an den Käufer oder Mieter. Die bestehende Pflicht zum Aushang wurde erweitert. Verstöße gegen eine dieser Regelungen können künftig mit einem Bußgeld geahndet werden. Zu Kontrollzwecken werden unabhängige Stichproben geplant. Der Tatbestand der Ordnungswidrigkeit soll aber erst nach einer Übergangszeit von einem Jahr in Kraft treten können.

Ifs-Direktor Runkel hält die EnEV-Neuerungen für richtig. Mietern und Käufern werde so die Wohnungssuche erleichtert. Aber die Umrechnung von Gebäudenutzfläche auf Wohnfläche würde Runkel am liebsten streichen: „Der Energiekennwert wie er jetzt steht, ist als Infowert völlig ausreichend“, sagt er. Es gehe doch nur um eine Orientierung. Auch, wenn die Verordnung noch durch den Bundesrat muss – Vermieter und Verkäufer sollten sich schon jetzt darauf einstellen, rät der Direktor. Sie sollten bei der Hausverwaltung anfragen, ob es einen solchen Ausweis schon gibt – was nicht immer der Fall sei – und ansonsten einen neuen beantragen: „Sonst wird man nur überrascht.“

Die novellierte EnEV hätte schon im Januar in Kraft treten sollen. Dazu hatte die EU-Richtlinie der Gesamtenergieeffizienz von 2010 die Mitgliedsstaaten verpflichtet.

Von Valerie Schönian

Atmende Fassaden statt Platte

HausbauHolz ist ein nachwachsender Baustoff, speichert CO2 und ist behaglich. Warum in der Stadt damit bislang wenig gebaut wurde, erklärt der Architekt Michael Lommertz.

ZEIT ONLINE: Herr Lommertz, Sie sind Leiter von NAL/Ecobox, einer norwegischen Organisation, die sich für nachhaltiges Bauen engagiert – verstärkt auch mit dem Baustoff Holz. Ist der gerade im Trend?

Michael Lommertz: In Norwegen auf jeden Fall. Besonders die Massivholzproduzenten bekommen gerade mehr Anfragen, als sie abarbeiten können. Holz ist gefragt.

ZEIT ONLINE: Woran liegt das?

Lommertz: Mit Holz verbinden die meisten Menschen etwas Positives: Natürlichkeit, Behaglichkeit. Das passt zu einer Zeit, in der das Umweltbewusstsein wächst. Während mit Zement und Stahl eher Kälte assoziiert wird, steht Holz für Wärme.

ZEIT ONLINE:
Welche Rolle spielt Holz aus ökologischer Sicht?

Lommertz: Es ist der einzige erneuerbare Baustoff und ein langlebiger dazu. Und es speichert CO2. Während des Wachstums entzieht es der Atmosphäre mehr CO2, als bei der Weiterverarbeitung freigesetzt wird. Für klimaneutrale Bauten ist es der ideale Baustoff.

ZEIT ONLINE: Warum wird in den Städten dennoch so wenig mit Holz gebaut?

Lommertz: Holz ist ein Rohstoff, um den unsere Vorfahren beim Bauen nur schwer herumkamen. Als nachwachsender, günstiger Rohstoff war es in den bewaldeten Gegenden Europas leicht zugänglich. Doch verheerende Stadtbrände wie das Feuer von Ålesund 1904 führten dazu, dass zum Beispiel in Norwegen, das auf eine lange Holzbautradition zurück blickt, Holzhäuser in der Stadt durch Steinbauten ersetzt wurden.

ZEIT ONLINE:
Im Fall von Ålesund sogar per Erlass. Und mit deutscher Hilfe…

Kampf den Stromfressern – Energieeinsparung wird gefördert

EnergieeffizienzSchon seit einiger Zeit ist die Verwendung erneuerbarer Energien im Gespräch. Doch nicht nur der Schutz des Erdklimas ist der Grund für das Umsteigen auf natürliche Ressourcen. Auch die steigenden Energiekosten sorgen in Unternehmen für eine Abkehr von beispielsweise nuklearen Energieträgern. Daneben fördert etwa die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit Krediten die Erarbeitung und Durchführung von Energiesparmaßnahmen der Freiberufler und privatwirtschaftlichen Unternehmen.

Energieeffizienz im Unternehmen

Gerade weil die Energiekosten derzeit besonders hoch sind und wohl auch weiterhin noch steigen werden, sollte sich jedes Unternehmen Gedanken machen, wo Energie eingespart werden kann. Schließlich wird durch unnötige Energiekosten der Gewinn des Unternehmens unmittelbar verringert. Bereits das Abschalten von Maschinen oder anderen Geräten wie etwa einem Drucker während der Betriebspausen oder über Nacht können zu Energieeinsparungen führen.

Bei der Aufdeckung der „Energiefresser“, aber auch bei größeren Energiesparmaßnahmen wie etwa der Vollisolierung des Gebäudes oder der Installation einer Photovoltaikanlage kann man vor allem als Freiberufler oder als kleines bzw. mittleres Unternehmen (KMU) mit Standort in Deutschland von der KfW gefördert werden. Und das lohnt sich: Denn nach wenigen Jahren haben sich die Investitionen meistens wieder amortisiert.

Förderung durch die KfW

Die KfW fördert im Rahmen eines Energieeffizienzprogramms Investitionen zur Einsparung von Energie mithilfe von Investitionskrediten und Zuschüssen zur Beratung. Nicht gefördert werden aber etwa Nachfinanzierungen bereits begonnener Vorhaben oder Unternehmen in Schwierigkeiten.

Investitionskredit

Der Antrag auf Förderung muss bei der Hausbank gestellt werden, bevor in das Vorhaben investiert wird. Mit dem Kredit können dann unter anderem allgemeine Umweltschutzmaßnahmen wie zur Verminderung oder Vermeidung von Luft- oder Wasserverschmutzungen getroffen werden. Ein KMU erhält den Kredit auch für Maßnahmen wie energieeffizientes Sanieren bzw. Bauen oder Wärmerückgewinnung. Voraussetzung bei Neuinvestitionen ist allerdings, dass sie zu Energieeinsparungen von mindestens 15 Prozent gegenüber dem Branchendurchschnitt führen müssen. Außerdem sollte beachtet werden, dass kein Rechtsanspruch auf Förderung besteht.

Zuschuss zur Energieeffizienzberatung – „Energieberatung Mittelstand“

Im Rahmen der sog. Initialberatung analysiert ein Energieberater den Energieverbrauch eines Unternehmens und deckt die Stromfresser auf. In seinem Abschlussbericht beschreibt er unter anderem die gefundenen Probleme, damit in der sog. Detailberatung ein Konzept erarbeitet wird, mit dem die Schwachstellen beseitigt und Energie gespart werden können. Die vom Energieberater empfohlenen Maßnahmen können dann wiederum mithilfe des Investitionskredits durchgeführt werden. Zu beachten ist jedoch, dass bei der Initialberatung nur 80 Prozent oder maximal 1 280 Euro und bei der Detailberatung nur 60 Prozent bzw. höchstens 4 800 Euro des Beraterhonorars bezuschusst werden. Außerdem darf ein Unternehmen die Energieeffizienzberatung nur einmal verlangen. Im Übrigen gilt auch hier, dass der Beratervertrag erst abgeschlossen werden darf, wenn die KfW ihre Zusage zur Förderung erteilt hat.

Wichtige Einzelfälle

1. Die Vertragsfreiheit gilt auch bei dem Beratungsvertrag. Die Parteien können daher frei vereinbaren, wie hoch das Beraterhonorar ausfallen soll. Übersteigt das Honorar jedoch den Zuschuss der KfW, muss dieser Differenzbetrag vom Unternehmen selbst bezahlt werden.

2. Grundsätzlich muss vor der Detailberatung erst die Initialberatung durchgeführt werden. Schließlich baut die Detailberatung auf der Initialberatung auf. Ist nach einem Gespräch mit dem Regionalpartner – z. B. der zuständigen Industrie- und Handelskammer – klar, dass die Detailberatung sinnvoll ist, kann auf den ersten Schritt der Energieeffizienzberatung jedoch auch verzichtet werden. Zu beachten ist aber, dass ein Unternehmen mit mehreren Standorten den Zuschuss nur für einen Standort in Anspruch nehmen kann.

3. Die Beratung zu dem Neubau einer Gewerbeimmobilie wird nicht gefördert. Kosten für Planung und Baubegleitung können aber unter Umständen im Rahmen des Energieeffizienzprogramms mit einem Investitionskredit finanziert werden.

4. Wer selbst Strom erzeugen will, kann nicht auf eine Förderung der KfW hoffen. Schließlich soll mit der Energieeffizienzberatung vor allem eine dauerhafte Senkung der Energiekosten erreicht werden, nicht jedoch der Neubau diverser Stromerzeugungsanlagen.

Hausbau von morgen

EnergieeffizienzEnergiewende, Abschaltung der Atomkraftwerke und überhöhte Spritpreise sind in aller Munde. Energie wird knapp, sparen ist die Devise. Das Projekt „Effizienzhaus Plus“ macht vor, wie das im Hausbau von morgen klappen könnte.

 

Die Energiewende – eine Wortneuschöpfung, die aus unserem Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken ist. Energiegewinnung wird neu erfunden. Und so soll die erneuerbare Energie jetzt auch in städtische Haushalte einziehen. Wie das aussehen könnte, zeigt das „Effizienzhaus Plus“ in Berlin – ein Einfamilienhaus, das mehr Energie erzeugt, als es verbraucht.

Mit dem Modellprojekt soll vor allem getestet werden, wie benutzerfreundlich ein solches Effizienzhaus schon ist und was noch verbessert werden kann. Alle Einstellungen der Haustechnik – wie die Heizung und wann das Elektroauto geladen werden soll – können per Smartphone gesteuert werden. Desweiteren gibt es im Erdgeschoss beispielsweise keine Lichtschalter: die LED-Leuchten gehen nur an, wenn sich jemand im Raum bewegt.

Wie praktikabel das ist, wenn man am Schreibtisch sitzt, testet in den kommenden 15 Monaten Jörg Welke mit seiner Familie aus. Sie sind jetzt zum Test-Wohnen in das „Effizienzhaus Plus“ eingezogen. Danach wird das Haus wieder abgebaut und vollständig recycelt.

 

Es ist ein ambitioniertes Projekt: 16.000 KWh an Energie soll das „Effizienzhaus Plus“ pro Jahr erzeugen. Davon sollen die elektrischen Geräte im Haus betrieben werden, zwei Elektroautos geladen werden können und nach Möglichkeit auch noch Energie zurück ins städtische Stromnetz eingespeist werden. Denn der geschätzte Energiebedarf des Hauses selbst liegt nur bei 10.000 KWh pro Jahr. Mit dem „Effizienzhaus Plus“ testet das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) auf rund 130 Quadratmetern Wohnfläche verschiedene Technologien auf dem Gebiet der Energiegewinnung auf ihre Alltagstauglichkeit.

Früher ging es darum, effizient mit Energie umzugehen, also ein Gebäude gut zu dämmen. Das können wir. Effiziente Heizungsanlagen einbauen, das können wir. Aber jetzt geht es darum, erneuerbare Energien, die man gewinnt, die wertvoll sind, auch für sich nutzbar zu machen im Haus und sie nicht einfach nur ins Netz abzugeben.

Hans-Dieter Hegner leitet das Referat für Bauingenieurwesen, Nachhaltiges Bauen und Bauforschung am BMVBS. Er betreut das Projekt und die daran geknüpften Forschungsvorhaben. Der Energiebedarf des Hauses soll vorwiegend durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Das geschieht zum Beispiel durch eine Solaranlage auf dem Dach und der nach Süden gerichteten Hausfassade, die aus Sonnenlicht Strom erzeugt.

Damit die Möglichkeiten des Hauses auch tatsächlich unter realen Bedingungen getestet werden können, ist Anfang März 2012 die Familie Welke-Wiechers im Berliner Effizienzhaus Plus eingezogen. Mit ihren beiden Kindern, Freyja und Lenz, werden Jörg Welke und Simone Wiechers für 15 Monate hier wohnen. Neben den technischen Messungen, die im Rahmen des Projekts durchgeführt werden, sollen die Erfahrungen der Familie dabei helfen, die Benutzerfreundlichkeit der Technologien besser einzuschätzen. Genau das macht für Jörg Welke den Reiz an diesem Alltagstest aus:

Dadurch können wir natürlich auch ein bisschen transportieren, dass das, was wir machen, nicht weh tut – ohne dass wir jetzt ständig moralisch darauf hinweisen müssen, wie wichtig das ist, dass man Energie spart. Wir können einfach dadurch, dass wir das zeigen, dass wir auch eine Öffentlichkeit haben jetzt so ein bisschen, sagen guckt mal, man kann ganz normal wohnen in einem schönen tollen Haus, das tut nicht weh, ist nicht irgendwie muffig und trotzdem ist es energiebewusst.

Begleitet das Projekt von verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen. Rund um das Energiemanagement im Haus gibt es viele Fragen, auf die der Praxistest Antworten bringen soll, erklärt Hans-Dieter Hegner.

Wir möchten wissen, wie funktionieren diese Komponenten unter Dauerstandsverhalten, wie funktioniert das mit der Einspeisung solarer Energie, mit der Pufferung, mit dem Energiemanagement usw. Zweitens, wir wollen testen wie kommen die Menschen damit zurecht – die Schnittstelle Technik-Mensch, ist die zu bewältigen, ist man überfordert von den Systemen, fühlt man sich eingeschränkt durch die Systeme… Drittens wollen wir die Effizienz auch bestimmen und nicht nur berechnen.

Rein definitorisch ist ein energieeffizientes Haus zunächst einmal eines, das wenig Energie verliert. Deshalb sind unter anderem die Wände und die Dachkonstruktion im „Effizienzhaus Plus“ in Holztafelbauweise hergestellt und durch eine 36 Zentimeter dicke Zellulose-Schicht im Inneren hoch wärmegedämmt. Alle Glasflächen am Haus bestehen aus einer hochmodernen Dreifach-Isolierverglasung. Und auch die Architektur des Hauses unterstützt den Energiespar-Gedanken: es hat eine sehr kompakte Quader-Form, um Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten. Wärme, die ins Haus einströmt oder im Haus erzeugt wird, bleibt also grundsätzlich auch erst einmal drinnen – eine Erfahrung, die für Simone Wiechers zu den Pluspunkten des Hauses zählt.

Wenn die Heizung hier ausfallen würde, dann würden wir das nicht schnell merken. Es würde uns vielleicht nach zwei, drei Tagen auffallen, dass es vielleicht kühler wird, wenn wir nicht die Fenster aufreißen. Aber selbst das bräuchten wir nicht in diesem Haus. Das Haus ist so angelegt, dass alle zwei Stunden komplett die Luft ausgetauscht wird und die eintretende kalte Luft an der austretenden warmen Luft vorbeigeführt wird und dabei erwärmt wird.

Ein weiterer wichtiger Faktor für den Wohnkomfort der Familie ist das Lichtkonzept. Die Ost- und Westseite des Hauses bestehen fast nur aus Glasflächen, damit viel Tageslicht in die Innenräume fällt. Alle künstlichen Lichtquellen im Haus bestehen aus energieeffizienten LED-Leuchten. Über Bewegungsmelder geht das Licht automatisch an, wenn ein Raum betreten wird – und auch wieder aus, wenn niemand mehr im Zimmer ist. Darüber hinaus kann das Licht über Touch-Panels im Flur an- und ausgeschaltet werden – auch per Zeitsteuerung. Lichtschalter gibt es nur im oberen Stockwerk, wo die Schlaf- und Kinderzimmer sind – schließlich sollen die Bewohner nicht immer erst bis zum Steuerungsbildschirm laufen müssen, wenn sie nachts das Licht an- oder ausmachen möchten, sagt Hans-Dieter Hegner.

Wir wollen ja, dass die Menschen nicht gegängelt werden von der Technik. Die Frage ist also, wie offen müssen solche Systeme sein, wie sehr muss man eingreifen können. Wir habend er Familie jedenfalls erst einmal alle Möglichkeiten des Eingreifens gegeben – d.h. sie haben die Touch-Panels, Schalter, und das Smartphone, mit denen sie das Haus steuern können. Sie können also zu jeder Zeit den Status ihres Hauses abrufen.

Genau wie das Licht kann auch die übrige Haustechnik über Touch-Panels und Smartphones kontrolliert und gesteuert werden. Das gesamte Energiemanagementsystem des Hauses ist aber nicht nur eine High-Tech-Spielerei, auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag. Das System hilft den beteiligten Wissenschaftlern, wertvolle Daten zu sammeln – zum Beispiel über die Energieflüsse, aber auch die Luftbewegungen, Temperatur und Feuchtigkeitsverteilung im Haus.

Das Modellprojekt in Berlin ist auf Zeit angelegt – nach zwei bis drei Jahren Testlauf wird das Haus wieder abgebaut. Und auch hier wurde mit intelligenter Technologie geplant: alle Bestandteile des Gebäudes können recycelt werden. Denn nicht nur die Energiebilanz des „Effizienzhauses Plus“ soll positiv sein – seine gesamte Ökobilanz soll stimmen.

von Moritz Peiker