Aufwärts in jeder Hinsicht: Grundstückspreise explodieren

HausbauDer Trend zum Grundstückskauf und Hausbau ist in Brandenburg ungebrochen. Staatssekretär Rudolf Zeeb nannte dies erfreulich, als er gestern den aktuellen Grundstücksmarktbericht vorstellte. Das beziehe er nicht auf eine fortschreitende Zersiedlung des Berliner Umlandes – die nicht ohne Weiteres nachweisbar sei – sondern auf die Tatsache, dass sich Menschen in der Region in hohem Maße den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen können, merkte Zeeb an. Das schloss er u.a. aus der Steigerung bei den Baugenehmigungen für Wohngebäude um 30 Prozent.

Allerdings müssen Interessenten dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen als in den Jahren davor. Im Jahr 2012 seien 34 165 Kaufverträge abgeschlossen worden, was ein Zuwachs um drei Prozent bedeute. Dabei hätten 3,07 Milliarden Euro den Besitzer gewechselt – ein um neun Prozent höherer Geldumsatz.

Die Spitzenstellung nimmt dabei wie gewohnt Potsdam ein, dort seien die Preise förmlich »explodiert«, sagte der Vorsitzende des Obersten Gutachterausschusses für Grundstückswerte, Jürgen Kuse. Aber auch an anderen Orten gilt: »Die Preise ziehen an.« Naturgemäß seien außerhalb des Speckgürtels um Berlin nur deutlich niedrigere Preise zu erzielen, mitunter zwischen fünf und zehn Euro für den Quadratmeter Bauland. Doch finde ein völliges Abkoppeln des dortigen Grundstücksmarktes vom Metropolenraum nicht statt, auch außerhalb seien die Grundstückspreise im Wachsen begriffen. Der Bevölkerungsschwund sei hier einzukalkulieren, aber »völlig entleerte Räume gibt es nicht«. Überall spielten die Frage der Qualität mit hinein, die der verkehrstechnischen Anbindung, der Versorgung. Es seien also durchaus auch in den fernen Weiten des Bundeslandes hohe Preis zu erzielen. Die verkaufte Fläche von Wohnbauland ist laut Kuse insgesamt um 13 Prozent angewachsen, insgesamt seien 481 Millionen Euro geflossen.

Ein rasanter Anstieg der Bau- und Immobilienpreise wie in Berlin gebe es – abgesehen von Potsdam – in Brandenburg aber nicht. Von einer »Blase« könne ebenfalls keine Rede sein. Im Umfeld der Flughafenbaustelle Schönefeld tue sich derzeit recht wenig, mit einem Sinken der Grundstückspreise an diesem Ort gehe das aber nicht einher. Kuse: »Man investiert, die Flächen sind gesichert.« Im gewerblichen Bereich herrsche im Hinblick auf den unbekannten Eröffnungstermin des Flughafens Stagnation. Im Falle der »Wohnbesiedlung im Weichbild« des künftigen Airports sei ebenfalls kein Fallen der Preise zu beobachten. Immerhin sei noch nicht einmal klar, wo die tatsächlichen Flugrouten verlaufen werden.

Auch haben sich die Preise des Umlandes laut Kuse dem Randberliner Niveau weitgehend angeglichen. Die Zeiten, in denen auf der anderen Straßenseite deshalb doppelt so hohe Grundstückspreise abgefordert wurden, weil sie eben in Berlin lagen und dazwischen die Grenze verlief, seien lange vorbei. Auch Wochenendgrundstücke seien nach wie vor gefragt. Zum Käuferstamm zählen laut Kuse inzwischen auch Polen, die sich in der Uckermark für Baugrundstücke interessieren, die billiger sind als jenseits der Grenze.

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