Hier gibt‘s Deutschlands beste Immobilien

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Bei der Qualität von Wohnimmobilien gibt es innerhalb Deutschlands extreme regionale Unterschiede. Nord oder Süd, West oder Ost, Stadt oder Land? Wo lohnt es sich zu kaufen? Wo muss besonders viel saniert werden? FOCUS Online zeigt, wo es die besten Kaufangebote gibt.
Der Traum von den eigenen vier Wänden ist in Deutschland ungebrochen. Mehr als drei Viertel aller Mieter wünschen sich ein Eigenheim. Hindernisse auf dem Weg zur eigenen Immobilie sind die Angst vor hohen Kosten, der in vielen Regionen hart umkämpfte Markt – und Unkenntnis darüber, wo es überhaupt die besten Angebote gibt.

Zum letzten Punkt gibt nun eine neue Studie des Marktforschungsinstituts empirica Aufschluss. Deutschlandweit wertete empirica im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall 743 000 Immobilienangebote aus. Daraus entstand eine Karte, die für alle 412 Kreise und kreisfreien Städte der Bundesrepublik die Angebotsqualität der Kaufangebote aufschlüsselt:

Ost-West-Gefälle

Auffällig ist das starke Qualitätsgefälle von Nordosten nach Süden, wobei die Region um die Bundeshauptstadt Berlin eine Qualitätsinsel im östlichen Deutschland darstellt. Dagegen bescheinigt die Studie den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern eine dürftige Angebotsqualität. Dies äußert sich in einem hohen Sanierungsbedarf der dort angebotenen Häuser und Wohnungen und einer niedrigen Aktivität in Sachen Neubau und Modernisierung. Die 20 am schlechtesten bewerteten Landkreise finden Sie auf Seite 3 dieses Artikels.

Städte stechen hervor

Die Hochburgen mit den qualitativ besten Immobilien-Angeboten befinden sich in der Region München und den die bayerische Landeshauptstadt umgebenden Kreisen sowie überall verteilt in Baden-Württemberg und Südhessen. Auch einzelne Städte wie Hamburg, Düsseldorf, Köln oder Münster stechen hervor. Gemeinsam haben die Regionen im vorderen Teil des Rankings, dass sie überdurchschnittlich hohe Modernisierungs- und Neubauaktivitäten sowie einen geringen Sanierungsbedarf aufweisen. Auf Seite 2 lesen Sie, welche Regionen am besten abgeschnitten haben.

Die Studie

Für die Studie bewertete Empirica das Verhältnis von sanierten und neuwertigen Immobilien zu denjenigen, die einer Modernisierung bedürfen. Weitere Einflussgrößen waren das durchschnittliche Alter oder das letzte Modernisierungsjahr sowie der Anteil der nach 2007 errichteten Neubauten an den Kaufangeboten. Mietangebote wurden nicht berücksichtigt. Aus diesen Indikatoren berechnete Empirica einen Qualitätsindex, aus dem das Institut das Gesamtergebnis ableitete.

Rahmenbedingung Nachfrage

Die unterschiedliche Qualität der Bestände führt Empirica unter anderem auf einfache Marktmechanismen zurück. In Regionen mit hoher Nachfrage nach Immobilien und entsprechend hohen Preisen ist demnach auch von einer höheren Qualität der Wohnungsbestände auszugehen, da sich die Ausgaben für Investitionen in Sanierungen und Modernisierungen schneller durch Verkäufe amortisieren. Das gilt auch für Neubauten – und eine hohe Neubauaktivität erhöht die Qualität in der Region zusätzlich.

Daraus ergibt sich, dass die Angebotsqualität unmittelbar von den demographischen Rahmenbedingungen der Regionen abhängt. Sie kommen ebenfalls in den Preisen zum Ausdruck. Hohe Preise deuten auf aufstrebende, niedrige Preise auf wachstumsschwache Regionen hin.